Gesa Wietholt, Gründerin der Kinderneurologie-Hilfe Münster e.V. und später auch als Vorsitzende des BV Kinderneurologie-Hilfe und der Stiftung savemybrain

Gesa Wietholt, Gründerin der Kinderneurologie-Hilfe Münster e.V. und später auch als Vorsitzende des BV Kinderneurologie-Hilfe und der Stiftung savemybrain.

"Seit 36 Jahren erlebe ich beinah täglich hautnah die schweren Schicksale von vielen Familien mit ihren Kindern und Jugendlichen nach einer plötzlich eingetretenen Kopfverletzung."

Die Mutter eines durch einen Fahrradunfall schwer verletzten Kindes sagte in einem Gespräch, dass sie direkt nach dem Unfall des Kindes nur an eins gedacht hat:
»Mein Kind muss überleben. Sie hat überlebt! Ich war überglücklich. Als ich dann feststellte, dass alles anders wurde, habe ich erkannt, dass ich mein Mädchen verloren habe. Nun lerne ich mein neues Mädchen kennen und lieben, aber es ist schwer, weil sehr viel Fremdes dabei ist.«

Diese Begegnungen sind es, die mich immer wieder antreiben, aktiv zu sein, damit vielen Kindern und ihren Familien so ein schweres Schicksal erspart bleibt. Oftmals sind es die vielen kleinen Alltagsunfälle beim Spielen, beim Sport oder auch bei den vielen mobilen Tätigkeiten die Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene plötzlich aus ihrem, bis dahin vertrauten Leben reißen.

Um möglichst viele Menschen dafür zu sensibilisieren, haben wir das Projekt Stadthelm ins Leben gerufen. Ziel des Projektes ist es, viele Menschen zum freiwilligen Tragen eines Fahrradhelmes zu bewegen. Ein Helm kann Leben retten und ein gutsitzender Helm schützt das Hirn vor schweren Verletzungen. Unser Gehirn ist das Wertvollste, was wir haben und es macht uns zu den Persönlichkeiten, die wir sind. Es ist unser Potenzial, selbstbestimmt zu leben.
Die vielen schicksalhaften Begegnungen und das Wissen um den Schutz eines Helms beim Fahrradfahren machen mein Engagement für das Tragen eines Helms beim Radfahren zu einer Herzensangelegenheit, für die es sich lohnt, zu kämpfen.